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Mrz 31

Aufhebung des Rebanbaustopps durch Brüssel

Die meisten der deutschen Weine haben weltweit einen exzellenten Ruf. Auf bestimmte Lagen beschränkter Anbau, guter Boden und Reben tragen seit Generationen zur Qualität bei. Dieser Ruf steht in naher Zukunft auf dem Spiel. Das fürchten deutsche Weinbauern, deren Credos Qualität, Tradition und regionale Identität für jeden guten Wein sind. Daher ist in Deutschland derzeit jeder Weingutbesitzer daran interessiert, dass der Anbaustopp von Reben beibehalten wird. Brüssel sieht das nicht so. Die EU erhofft sich durch Aufhebung des Anbaustopps die Wettbewerbskraft des europäischen Weinbaus gegenüber nichteuropäischen Weinexporteuren zu stärken und wollen auch Subventionen weiter reduzieren. Stimmen gegen diese Reform existieren, seit der Plan öffentlich gemacht wurde und sie werden immer lauter.

Vertreter aller Parteien, darunter auch Landesväter der weinanbauenden Bundesländer, fürchten, dass, im Falle eines Anbaustopps, nicht nur die Qualität des deutschen Weins darunter leiden wird, sondern auch ein Preisverfall von Qualitätsweinen eintreten wird. Vom Anbaustopp betroffene Bundesländer, die Wein anbauen, sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Die lautesten Gegenstimmen kommen dabei aus Baden-Württemberg. Auch die Ministerien befürchten eine negative Auswirkung der Aufhebung des Anbaustopps. Eine Veröffentlichung der Vereinigung der europäischen Weinbauregionen(AREV) hat Brüssel in seinem Vorhaben jetzt etwas den Wind aus den Segeln genommen.

Besagte Studie gibt an, dass eine Aufrechterhaltung des Anbaustopps, trotz Rückgängen im Weinkonsum und Überschussproduktionen in den mediterranen Weinländern, keinen hinderlichen Einfluss auf ein wirtschaftliches Wachstum des Weinmarktes haben wird. Kritisiert werden kann dabei nur, dass diese Studie zum Thema Anbaustopp sich hauptsächlich auf die Regionen Frankreich und Spanien stützt und nur wenig außerhalb dieser Grenzen geht, regt aber auch zu einer Ausweitung der Studie an. Die Ergebnisse dieser Studie könnten eventuell zu einem Umdenken in Brüssel führen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, da Brüssel den Start für die „Reform Anbaustopp“ auf 2015 festgelegt hat, mit einem Spielraum bis spätestens 2018.

Brüssel hat diese Reformpläne bereits in 2006 ins Rollen gebracht. Seitdem besteht ein reger Briefverkehr zwischen Vertretern des deutschen Weinanbaus, den Ministerien der Länder und Brüssel. Weinbauern wollen wissen, wie sich eine Aufhebung des Anbaustopps in Europa auf sie auswirken kann. Prognosen offizieller Stellen sind nicht gerade rosig. Alle befürchten nicht nur Einschnitte im Qualitätsweinbau, insbesondere für den kostenintensiveren Anbau in Hang- und Steillagen, wo einige der besten deutschen Weine ihren Ursprung haben, sondern auch eine Verschiebung hin zur Massenproduktion, inklusive eines zwangsläufigen Strukturwandels in den Betrieben. Traditionelle Betriebe sind von dieser Aussicht nicht begeistert und den Anbaustopp aufzuheben, hat, laut Ministerien, sogar das Potenzial den Weinanbau in Steillagen in den Ruin zu treiben. Zusätzlich wird der Schutz von Kulturlandschaften besonders in Deutschland infrage gestellt.

Eine in Deutschland gestartete Initiative, die auch vom Bundesrat gestützt wird und der sich bis dato weitere europäische Weinländer angeschlossen haben, versucht den Anbaustopp auf 2025 hinauszuschieben. Durch den von der AREV in Auftrag gegebenen Report ist Brüssel gezwungen, nochmals in Klausur zu gehen, ob eine Aufhebung des Anbaustopps wirklich ratsam ist. Es entsteht der Eindruck, dass die Kommunikation zwischen den Weinbauern und Bund und Ländern stimmt, der Kommunikationsfluss zwischen Brüssel und den Weinanbaustaaten jedoch nicht ganz so reibungslos ist und besserer Absprache bedarf.

Herzliche Grüße

Bettina Ehrling

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