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Jul 05

Chinesen wollen den Weinmarkt erobern

Weltweit ist China der am schnellsten wachsende Weinmarkt. Der  Weinkonsum sprang zwischen 2006 und 2010 um 140 Prozent, und weitere 21,5 Prozent im Jahr 2011. Eine Studie prognostiziert einen weiteren Anstieg des Verbrauchs um  54,25 Prozent zwischen 2011 und 2015. China wird als die fünftgrößte weinkonsumierende  Nation in der Welt, hinter den Vereinigten Staaten, Italien, Frankreich und Deutschland positioniert.

Unter Kennern gelten Weine aus China als edle Tropfen. Experten schätzen, dass sich das Land bereits in zehn Jahren zu einer der weltweit führenden Weinbaunationen entwickeln könnte.

Die wichtigsten Anbaugebiete Chinas sind die Küstenstriche um die Bohai-Bucht, die Halbinsel Shandong, der Shacheng-Distrikt, Regionen am Gelben Fluss sowie im Nordwesten an der Grenze zur Mongolei. Kultiviert werden vorwiegend europäische Qualitätsrebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Riesling und Merlot.

Zwar sind Weine aus China derzeit allenfalls Exoten in der öffentlichen Wahrnehmung, genießen aber mit der Professionalisierung der chinesischen Weingüter zunehmenden Respekt in der Fachwelt. Um die Qualität ihrer Weine zu verbessern, haben die Chinesen in den vergangenen Jahren Ihr Fachwissen mit Hilfe von erfahrenen französischen und australischen Önologen, sowie modernster Technologie erweitert. Die Qualität chinesischer Weine wurde erfolgreich gesteigert, so dass sich im vergangenen Herbst ein chinesischer Cabernet bei den World Wine Awards des Fachmagazins „Decanter“ erstmals gegen Konkurrenz aus Australien und Frankreich durchsetzen konnte. Mittlerweile werden von einigen Fluglinien chinesische Weine in der ersten Klasse serviert, was für die hohe Qualität der Weine spricht.

Die Qualität der Ningxia-Weine aus den Weintrauben anbauenden Provinzen im Nordwesten Chinas kann es durchaus mit der französischer aufnehmen. Château Changyu hat auch eine große Tradition. Der Changyu-Rotwein ist ein „Cabernet Gemischt“ und die Rebsorte, die eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ist, gibt es nur in China. „Château“ ist das französische Wort für „Schloss“, das Weingut liegt aber nicht in Frankreich, sondern im Westen von China. Changyu strebt auf den europäischen Markt und will sich mit den etablierten Winzern aus den berühmten französischen Anbaugebieten in den kommenden Jahren messen.

Changyu hat sich auf der weltgrößten Branchenmesse Pro Wein in Düsseldorf  neben sieben weitere Weingüter aus China präsentiert. Künftig möchte China Rotwein und Eiswein in Europa verkaufen, zum Start in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Dabei ist Deutschland als Weintrinkerland das beliebtestes Exportziel für China‘s Weinproduzenten.

Vom Klischee, dass das bevölkerungsreichste Land der Erde wohl eher durch den schalen Reiswein bekannt sei, dürften wir uns spätestens jetzt verabschieden, wenn der aufwachende Riese selber guten Wein zu produziert und den internationalen Weinmarkt aufmischt.

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