«

»

Jul 06

Deutscher Weinhandel im Mittelalter

Deutscher Weinhandel im Mittelalter

Im Mittelaltertum war das Wasser in Westeuropa sehr schlecht. Es war nicht nur ungenießbar, sondern auch zum Teil gefährlich wegen der Pest und weiteren hygieneverbundenen Erkrankungen. In der Nähe der Städte entstanden die Rebflächen, die naheliegende Städte mit Wein belieferten. Doch im Frühmittelalter konnte sich Wein noch nicht jeder gönnen und köstliche Weine wurden in die deutschen Regionen erstmals als Medizin aus Frankreich und Italien importiert. Anderseits wurde Übergang vom Früh- zum Hochmittelalter durch eine Klimaverbesserung gekennzeichnet. Dies führte zur Möglichkeit mehr Wein anzubauen, da es zu einem der gefragtesten Produkte zählte und zwar nicht nur wegen der Weinliebe, sondern auch wegen der Essgewohnheiten von damals. Nun tranken unsere Vorahnen Wein und Bier lieber als Wasser. In den Weinanbaugebieten tranken die Menschen Wein fast täglich. Bemerkenswert war die Gleichheit von unterschiedlichen Schichten vor der Weinauswahl – die Adlige tranken überwiegend die einfachen Weine, gleich wie Weinbauer oder Handwerker nicht nur aus Sparsamkeit sondern auch aufgrund des mangelhaften Angebots.

Das größte Ausmaß wurde durch Weinbau Deutschlands vor dem Dreißigjährigen Krieg erlangt. Die Weingärten haben sich bis zum tiefen Norden der deutschen Regionen ausgedehnt. Mit der Entwicklung des Weinbaus in Deutschland hat sich die Situation um den Import und Export von Wein stark verändert. Auf den Märkten von Hansestädten tauschten die Händler vom Norden die Textilien und Halbwertsteine gegen deutsche Weine. Doch die Zersplitterung der deutschen Fürstentümer stiftete eine unglaubliche Zahl von Zollgrenzen. Der Weinverkehr auf dem Rhein musste zwischen Straßburg und der holländischen Grenze 31 Zollstationen durchgehen. Dieses Zollsystem blieb noch jahrhundertelang bestehen.

Ein anderes Land mit viel Liebe zu Wein aber ohne eigenen Weinbau ist England. Schon seit 10 Jahrhundert pflegten westdeutsche Regionen, vor allem Köln, die Handelsbeziehungen mit England. Doch hatte deutsche Seite in diesem Sinne einen starken Weinkonkurrenten – Weinbaugebiet Bordeaux. Durch höfische Intrigen, Marktkampf und alle mögliche Mittel erwirkten die Kaufleute von Köln das Recht, gleicher mit Bordeaux Weinverkaufspreise zu setzen. Daher war Köln mit den Rhein- und Moselweinen der Hauptlieferant des ganzen Nordeuropas geworden.

Das Osteuropa öffnete sich langsam dem überregionalen europäischen Handel. Die Frankfurtermesse und die alte Herbstmesse waren zu einem Entwicklungsfaktor des internationalen Handels. Zu den wichtigsten Produkten gehörte auch Wein. Die Messen waren nicht nur mit Handelszweck eingerichtet. Es war auch ein Fest, so wie auch Begegnungsstätte. Ein bedeutendes Jahr in der Weingeschichte des Mittelalters war 1482, als sich Bischöfe und Abgesandte fränkischer Fürsten in der Stadt zwecks Eindämmens der Weinpanscherei versammelt haben. So wurde im 1482 das 1. Fränkische Weingesetz beschlossen. Das Gesetz besagte obligatorische Enthaltstoffe und das, was im Wein nicht enthalten sein darf. Dies war eine der ersten Qualitätsmarken auf dem Weinmarkt Europas, was dem erfolgreichen internationalen Weinhandel stark beigetragen hat.

1 Kommentar

  1. Simon

    Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. Es gibt so viel zu unserem heimischen Wein zu erzählen. Der Werdegang der deutschen Weine ist eine geschichtlich hochinteressante Angelegenheit. Ich werde diesen Artikel gerne weiterempfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


*