Aug 18

Weinbaugebiet Mittelrhein

Weinbaugebiet Mittelrhein

Interessiert man sich für deutsche Weine von hoher Güte, dann kommt man am Weinbaugebiet Mittelrhein nicht vorbei. Es wird vom deutschen Weingesetz als eines der „bestimmten Anbaugebiete“ für Qualitätsweine anerkannt. Obgleich es mit nur rund 460 Hektar Rebfläche das zweitkleinste Weinbaugebiet Deutschland ist, kommt ihm dank hochwertigen Riesling-Sorten eine vergleichsweise große Bedeutung zu.

Der größte Anteil an Land innerhalb der Weinregion Mittelrhein befindet sich im Bundesland Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus steuert Nordrhein-Westfalen einige wichtige Weinorte wie Rhöndorf und Königswinter bei. Unterschieden wird zwischen mittelrheinischen Weinen aus den zwei Bereichen Loreley (Rheinland-Pfalz) und Siebengebirge (Nordrhein-Westfalen). Im Rahmen der elf Großlagen – wie z. B. Burg Reichenstein, Burg Rheinfels und Lahntal – existieren 111 Einzellagen. Zu den Bekanntesten gehören die Barracher Einzellagen. Je nach geografischer Lage und Mikroklima konzentriert man sich auf eine andere Anbauweise innerhalb der mehr als 115 km langen Erstreckung. Rund um den unteren Teil des Mittelrheins (vom Siebengebirge bis Koblenz) gedeihen die Rebstöcke vornehmlich an der rechten Uferseite. Von Koblenz bis Bingen an der Nahe (oberer Mittelrhein) erfolgt die Kultivierung hingegen vorwiegend auf der linken Flussseite in Hanglage.

Das gemäßigte Klima sowie die relative Temperaturstabilität aufgrund der Wasserfläche des Rheins sorgen für gute Voraussetzungen für den Weinanbau. Ebenso wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Während um den Mittelrhein-Bereich herum mineralhaltige Schieferböden und Grauwackenverwitterungsböden als Wärmespeicher dienen, dominieren in der nördlichen Region Böden mit vulkanischem Ursprung. Angebaut wird fast überall in Steillage inmitten spektakulärer Landschaft im weitläufigen Rheintal. Das Weinanbaugebiet Mittelrhein wurde daher schon von den Römern zur Winzerei genutzt. Das Mittelalter läutete dann den wirklichen Erfolg und die Loslösung vom Einfluss der Mosel ein.

Charakteristisch für Weine aus dem Weinbaugebiet Mittelrhein ist, dass sie 85 % aus weißen Rebsorten wie Riesling, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder und Kerner gekeltert werden. Der Riesling nimmt etwa zwei Drittel der gesamten Rebfläche für sich in Anspruch und wird teilweise zu Sekt weiterverarbeitet. Zu den wenigen roten Rebsorten zählen u. a. Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser. Die ureigene „Rhein-Romantik“ der Weine aus dem Weinland Mittelrhein ist viel besungen. So zeigt sich der Weißwein z. B. von der facettenreichen und rassigen Seite, blumig-würzig, fein und doch charakterstark. Trockener Rivaner sowie samtig-feuriger, fruchtiger Blauer Spätburgunder vervollständigen das interessante Gesamtbild.

Bettina Ehrling

Weinstein-Shop

 

 

Aug 04

Weinbaugebiet Baden

Das Weinbaugebiet Baden erstreckt sich über eine Gesamtlänge von rund 400 Kilometern von der hessischen Landesgrenze in den Regionen Bergstraße und Odenwald bis an seinen südlichsten Punkt am Bodensee, als der zentralen Landmarke im Dreiländer-Eck Deutschland, Österreich, Schweiz. Baden gilt als wärmste und sonnenreichste „Sonnenstube“ unter den deutschen Weinanbaugebieten. Die Gesamtrebfläche von etwa 15.500 ha teilen sich insgesamt neun regionale Anbaubereiche und 16 Großlagen.
Im Norden beginnend, präsentiert sich die Badische Bergstraße. Im Nordosten liegt Tauberfranken, gefolgt vom Bereich Kraichgau. Zu einer Aneinanderreihung von Anbaubereichen kommt es im besonders sonnenreichen Süden Badens, dem Landstrich zwischen Schwarzwald und den Vogesen. Auf der Höhe der Stadt Offenburg beginnt der Bereich Ortenau. In südlicher Richtung folgt das Markgräflerland, die Bereiche Breisgau, Tuniberg und die Vulkanregion Kaiserstuhl. Der Bereich Bodensee bildet den südlichen Abschluss bis zur deutschen Landesgrenze.

Mit rund 60 Prozent dominiert der Anbau von Weißweinen, darunter Müller-Thurgau, Grauburgunder, Silvaner und Traminer. Eine typisch badische Rebspezialität ist der Gutedel. Bezüglich der Ausdehnung der Rebflächen nimmt der die Sonne liebende, rote Spätburgunder den ersten Platz ein. Baden pflegt seinen internationalen Ruf als Land des Burgunder. Über 50 Prozent der Weinberge kultivieren die Rebsorten Grauer (Ruländer), Weißer und Spätburgunder.

Neben den klimatischen Bedingungen und Rebsorten schlummert die Vielfalt des Weinbaugebiets Baden in den Strukturen seiner abwechslungsreichen Böden. Geologen und Winzer unterscheiden in tertiäre Kalk-, Mergel- und Tonböden, ausgedehnte Löss-Ablagerungsgebiete, Moränenschotter, verwittertes Granitgestein, Muschelkalk, Keuper und in vulkanische Böden, wie sie für den Bereich Kaiserstuhl typisch sind. Die Vielfalt dieser Böden findet ihren Ausdruck in den regionalen Weinen. In Verbindung mit den aus meteorologischer Warte idealen Klimafaktoren – Wärme, Niederschlag und Sonnenscheindauer – bieten sie den badischen Winzern beste Voraussetzungen für die Herstellung ihrer typischen, hochwertigen Weine.

Das badische Weinbaugebiet ist geprägt von seinen Winzergenossenschaften, die sich aus der Majorität der badischen Familienweingüter zusammensetzen. Diese Erzeugergemeinschaften bauen ihre Weine nach strengsten Qualitätsregeln an. So entstehen etwa 80 Prozent der badischen Weine unter der Verantwortung von 77 Winzergenossenschaften. Hinzu kommen mehr als 400 Weingüter, die in eigener Regie mit ihren hochwertigen Rot- und Weißweinen zum ausgezeichneten Renommee dieser Weinregion beitragen und Weinhandel betreiben. Den organisatorischen Überbau bildet der Badische Weinbauverband.

Bettina Ehrling

Wein-Gewinnspiel

 

 

Jul 10

Passt nur der Rotwein zum Käse?

Das Weintrinken und Essen sollte man in erster Linie mit Genuss verbinden. Die perfekte Verbindung hierfür sind seit Jahrhunderten Käse und Wein. Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden ist die Käseplatte eine hervorragende Beilage. Dazu ein passender Rotwein oder Weißwein machen das Beisammensein komplett. Doch welcher passt nun zu Käse am besten.

 

Die allgemeine Auffassung, dass nur Rotwein zu Käse passe, stimmt in den wenigsten Fällen. So kann eine starke aromatische Käsesorte den feinen Rotweingeschmack regelrecht ins Abseits verdrängen. Ein Hartkäse zusammen mit einem Rotwein würde selten im Einklang stehen, denn die hohen Fettanteile würden die Geschmackzellen zu sehr in Beschlag nehmen und der Geschmack des Rotweines würde sich durch den dominanten Käse verlieren. Aber ein milder Käse und halbtrockener Weißwein kann die beste Harmonie eingehen.

 

Beachtet man einige Regeln, so ist der genüssliche Gaumenschmaus fast garantiert:

  • Als erstes ist zu sagen, dass Wein und Käse gut harmonieren, denn beides sind Naturprodukte.
  • Wenn beide aus einer Region stammen, passen sie in der Regel immer zusammen.
  • Bei einer Käseplatte sollte sich die Weinauswahl nach dem aromatisch stärksten richten.
  • Ist der Käse sehr salzhaltig, so sollte man einen edelsüßen Wein dazu servieren.
  • Bei einem säuerlichen Käse lieber einen halbtrockenen oder edelsüßen Wein bevorzugen.
  • Zu einem Ziegenkäse passt am Besten ein fruchtiger Weißwein
  • Blauschimmelkäse kombiniert man mit einem Süßwein

 

Letztendlich ist es eine Frage des Geschmacks und nicht das Einhalten irgendwelcher festgefahrenen Regeln, die irgendwann irgendwer aufgestellt hat. Lassen Sie Ihre Gäste selbst ausprobieren. Machen sie doch unter Freuden das nächste Mal einen privaten Weintest, ob nun Rotwein oder Weißwein besser zum Käse passt. Reichen Sie Hartkäse und Weichkäse, dazu ein Gläschen Rotwein und ein Gläschen Weißwein. Sie werden selbst über die Ergebnisse und unterschiedlichen Geschmäcker verblüfft sein.

 

Aber vielleicht findet man auch die Antwort auf die überlieferte Meinung, dass nur Rotwein zu Käse passe aus seiner Geschichte. Schon seit der Antike war der Rotwein ein wichtiges Getränk und Heilmittel. So wurde er als wirkendes Herz-Kreislaufmittel genutzt. Zu religiösen Zwecken wurde er auch bis zum 15. Jh. als Messwein eingesetzt, erst danach kam auch der Weißwein zum Einsatz.

 

Für Ihr nächstes gemütliches Beisammensein wählen Sie sich den Rotwein oder Weißwein zum Käse, der ihnen schmeckt und genießen Sie ihn einfach. Es soll ja Lebensfreude und kein Lebenszwang verbreiten.

Jul 09

Das Weinanbaugebiet Rheinhessen

Rheinhessen, ein Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz und liegt geographisch gesehen linksrheinisch auf der Höhe zwischen Worms und Bingen am Rhein. Die Region schmiegt sich in das sogenannte Rheinknie. Somit stellt der Rhein die nördliche und östliche Begrenzung dar. Die Mittelgebirge im Westen zwingen die bei westlicher Strömung ankommenden Wolken zum Abregnen, sodass Rheinhessen zwar niederschlagsärmer ist, jedoch auch stärkerer und längerer Sonnenschein in dieser Region zu verzeichnen ist.

Schon seit langer Zeit wird hier Wein angebaut, da das Klima ausgesprochen dafür geeignet ist. Über 26.000 Hektar bewirtschaftete Fläche stellen das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet Deutschlands dar. Der Boden, welcher in dieser Gegend oftmals aus Lößboden und Flugsanden besteht, bildet eine ideale Grundlage für hervorragenden deutschen Wein.

Zu ungefähr zwei Dritteln werden in dieser Region Weißweine angebaut, hauptsächlich Arten wie Müller-Thurgau, Riesling und Silvaner. Aber auch für diese Region seltene Arten werden in Rheinhessen kultiviert, jedoch führen diese nur ein Schattendasein. Extrem selten sind zum Beispiel der Gewürztraminer, Sauvignon Blanc und Morio-Mukat. Ungefähr ein Drittel sind rote Rebsorten, wie zum Beispiel Dornfelder, Blauer Portugiese und Spätburgunder. Selten anzutreffen sind Rebsorten wie Frühburgunder, Cabernet Sauvignon und Merlot. In Rheinhessen liegen über 15 Weingüter, welche von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft geprüft und empfohlen wurden. Diese Auszeichnung, welche für 3 Jahre Gültigkeit hat, ist ausgesprochen begehrt, zeigt dem Konsumenten die Qualität an welche er sucht und hilft somit Winzern, welche entsprechende hochwertige Produkte anbieten, bei der Vermarktung des Weines. Zusätzlich gehört Rheinhessen zu den „Great Wine Capitals“, den „großen Weinhauptstädten“. Dieses Netzwerk schließt sich weltweit mit den bekanntesten und renommiertesten Weinanbaugebieten zusammen und vergibt jedes Jahr Preise, wie zum Beispiel den begehrten „Best Of Wine Tourism“-Preis, in dessen Genuss auch schon mehrere Winzer aus Rheinhessen gekommen sind. Alleine in 2012 wurden wieder 7 Weingüter mit den begehrten Preisen belohnt, welche in der Kategorien Weintourismus und Service, Innovative Weintourismus-Erlebnisse, Weingastronomie, Kunst und Kultur, Unterkunft, Architektur Parks und Gärten und Nachhaltigkeit im Weintourismus vergeben werden.

Touristisch ist in der Region Rheinhessen auch einiges geboten. Von April bis November finden in den einzelnen Stadten wie Worms, Bingen, Gau-Bischofsheim, Mainz und Alzey, aber auch in den vielen kleinen Ortschaften drum herum, viele gemütliche Feste rund um das Thema Wein statt. Weinfeste, Weinerlebnistage und Veranstaltungen wie die Wahl zur Weinkönigin laden zum verweilen ein und bieten ein abwechslungsreiches touristisches Programm. Beispielsweise bieten manche Weingüter als Erlebniswochenende die Weinlese von Hand an, welche selbstverständlich normalerweise hochtechnisiert und effizient von statten geht. Viele Weingüter warten das ganze Jahr über mit gastronomischen Köstlichkeiten auf und bieten Ihre Gastlichkeit für Feiern aller Art an. Zweifellos ist Rheinhessen eine Reise wert. Und garantiert nicht nur aufgrund des hervorragenden Weines.

Jul 06

Deutscher Weinhandel im Mittelalter

Deutscher Weinhandel im Mittelalter

Im Mittelaltertum war das Wasser in Westeuropa sehr schlecht. Es war nicht nur ungenießbar, sondern auch zum Teil gefährlich wegen der Pest und weiteren hygieneverbundenen Erkrankungen. In der Nähe der Städte entstanden die Rebflächen, die naheliegende Städte mit Wein belieferten. Doch im Frühmittelalter konnte sich Wein noch nicht jeder gönnen und köstliche Weine wurden in die deutschen Regionen erstmals als Medizin aus Frankreich und Italien importiert. Anderseits wurde Übergang vom Früh- zum Hochmittelalter durch eine Klimaverbesserung gekennzeichnet. Dies führte zur Möglichkeit mehr Wein anzubauen, da es zu einem der gefragtesten Produkte zählte und zwar nicht nur wegen der Weinliebe, sondern auch wegen der Essgewohnheiten von damals. Nun tranken unsere Vorahnen Wein und Bier lieber als Wasser. In den Weinanbaugebieten tranken die Menschen Wein fast täglich. Bemerkenswert war die Gleichheit von unterschiedlichen Schichten vor der Weinauswahl – die Adlige tranken überwiegend die einfachen Weine, gleich wie Weinbauer oder Handwerker nicht nur aus Sparsamkeit sondern auch aufgrund des mangelhaften Angebots.

Das größte Ausmaß wurde durch Weinbau Deutschlands vor dem Dreißigjährigen Krieg erlangt. Die Weingärten haben sich bis zum tiefen Norden der deutschen Regionen ausgedehnt. Mit der Entwicklung des Weinbaus in Deutschland hat sich die Situation um den Import und Export von Wein stark verändert. Auf den Märkten von Hansestädten tauschten die Händler vom Norden die Textilien und Halbwertsteine gegen deutsche Weine. Doch die Zersplitterung der deutschen Fürstentümer stiftete eine unglaubliche Zahl von Zollgrenzen. Der Weinverkehr auf dem Rhein musste zwischen Straßburg und der holländischen Grenze 31 Zollstationen durchgehen. Dieses Zollsystem blieb noch jahrhundertelang bestehen.

Ein anderes Land mit viel Liebe zu Wein aber ohne eigenen Weinbau ist England. Schon seit 10 Jahrhundert pflegten westdeutsche Regionen, vor allem Köln, die Handelsbeziehungen mit England. Doch hatte deutsche Seite in diesem Sinne einen starken Weinkonkurrenten – Weinbaugebiet Bordeaux. Durch höfische Intrigen, Marktkampf und alle mögliche Mittel erwirkten die Kaufleute von Köln das Recht, gleicher mit Bordeaux Weinverkaufspreise zu setzen. Daher war Köln mit den Rhein- und Moselweinen der Hauptlieferant des ganzen Nordeuropas geworden.

Das Osteuropa öffnete sich langsam dem überregionalen europäischen Handel. Die Frankfurtermesse und die alte Herbstmesse waren zu einem Entwicklungsfaktor des internationalen Handels. Zu den wichtigsten Produkten gehörte auch Wein. Die Messen waren nicht nur mit Handelszweck eingerichtet. Es war auch ein Fest, so wie auch Begegnungsstätte. Ein bedeutendes Jahr in der Weingeschichte des Mittelalters war 1482, als sich Bischöfe und Abgesandte fränkischer Fürsten in der Stadt zwecks Eindämmens der Weinpanscherei versammelt haben. So wurde im 1482 das 1. Fränkische Weingesetz beschlossen. Das Gesetz besagte obligatorische Enthaltstoffe und das, was im Wein nicht enthalten sein darf. Dies war eine der ersten Qualitätsmarken auf dem Weinmarkt Europas, was dem erfolgreichen internationalen Weinhandel stark beigetragen hat.

Jul 05

Chinesen wollen den Weinmarkt erobern

Weltweit ist China der am schnellsten wachsende Weinmarkt. Der  Weinkonsum sprang zwischen 2006 und 2010 um 140 Prozent, und weitere 21,5 Prozent im Jahr 2011. Eine Studie prognostiziert einen weiteren Anstieg des Verbrauchs um  54,25 Prozent zwischen 2011 und 2015. China wird als die fünftgrößte weinkonsumierende  Nation in der Welt, hinter den Vereinigten Staaten, Italien, Frankreich und Deutschland positioniert.

Unter Kennern gelten Weine aus China als edle Tropfen. Experten schätzen, dass sich das Land bereits in zehn Jahren zu einer der weltweit führenden Weinbaunationen entwickeln könnte.

Die wichtigsten Anbaugebiete Chinas sind die Küstenstriche um die Bohai-Bucht, die Halbinsel Shandong, der Shacheng-Distrikt, Regionen am Gelben Fluss sowie im Nordwesten an der Grenze zur Mongolei. Kultiviert werden vorwiegend europäische Qualitätsrebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Riesling und Merlot.

Zwar sind Weine aus China derzeit allenfalls Exoten in der öffentlichen Wahrnehmung, genießen aber mit der Professionalisierung der chinesischen Weingüter zunehmenden Respekt in der Fachwelt. Um die Qualität ihrer Weine zu verbessern, haben die Chinesen in den vergangenen Jahren Ihr Fachwissen mit Hilfe von erfahrenen französischen und australischen Önologen, sowie modernster Technologie erweitert. Die Qualität chinesischer Weine wurde erfolgreich gesteigert, so dass sich im vergangenen Herbst ein chinesischer Cabernet bei den World Wine Awards des Fachmagazins „Decanter“ erstmals gegen Konkurrenz aus Australien und Frankreich durchsetzen konnte. Mittlerweile werden von einigen Fluglinien chinesische Weine in der ersten Klasse serviert, was für die hohe Qualität der Weine spricht.

Die Qualität der Ningxia-Weine aus den Weintrauben anbauenden Provinzen im Nordwesten Chinas kann es durchaus mit der französischer aufnehmen. Château Changyu hat auch eine große Tradition. Der Changyu-Rotwein ist ein „Cabernet Gemischt“ und die Rebsorte, die eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ist, gibt es nur in China. „Château“ ist das französische Wort für „Schloss“, das Weingut liegt aber nicht in Frankreich, sondern im Westen von China. Changyu strebt auf den europäischen Markt und will sich mit den etablierten Winzern aus den berühmten französischen Anbaugebieten in den kommenden Jahren messen.

Changyu hat sich auf der weltgrößten Branchenmesse Pro Wein in Düsseldorf  neben sieben weitere Weingüter aus China präsentiert. Künftig möchte China Rotwein und Eiswein in Europa verkaufen, zum Start in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Dabei ist Deutschland als Weintrinkerland das beliebtestes Exportziel für China‘s Weinproduzenten.

Vom Klischee, dass das bevölkerungsreichste Land der Erde wohl eher durch den schalen Reiswein bekannt sei, dürften wir uns spätestens jetzt verabschieden, wenn der aufwachende Riese selber guten Wein zu produziert und den internationalen Weinmarkt aufmischt.

Mai 18

Wormser Backfischfest – das größte Wein- und Volksfest am Rhein

Seit 1933 feiert die Niebelungenstadt Worms das Backfischfest. Traditionell wird das Backfischfest auf dem Marktplatz am Sonnabend vor dem letzten Augustsonntag eröffnet. Unter den zahlreichen Attraktionen findet man Fahrgeschäfte, so wie auch den Wonnegauer Weinkeller. Es ist ein großes Zelt, in dem mehr als 400 verschiedene rheinhessische Rot- und Weißweinsorten sowie Winzersekt zur Verkostung angeboten werden. Die Backfischbratereien, von denen das Fest seinen Namen haben soll, kann man dort auch kriegen. Durch 9 Nachmittage feiert man die älteste Zunft Deutschlands. Auf dem Programm der Feierlichkeiten sind die Ereignisse und Interaktionen für alle Altersgruppen zu finden – Konzerte und Auslosungen, Senioren- und Frauenabende und natürlich auch Partys. Der Wormser Gesellentanz ist traditioneller Bestandteil der Eröffnung des Feiers. Die erste Aufführung des Tanzes war im 1483 zu Ehren von Bischof Johann von Dalberg bei dessen Besuch in Worms öffentlich aufgeführt. Der Tanz konnte dank den gut aufbewahrten historischen Berichten rekonstruiert werden. Im Jahre 1926 wurde der Tanz mit der neuen Melodie versehen. Der Alten Pfeifermarsche hat den Ausbau der Tanzform inspiriert. Und neuer Tanz wurde durch die Turngemeinde Worms erstmals wieder aufgeführt. Die Choreographie stellt sechzehn Zunftgesellen, einen Vortänzer und einen Fahnenschwinger dar, begleitet werden diese von vier Musikanten (Oboe, Klarinette, Fagott, Landsknechtstrommeln). Die glaubwürdigen historischen Kostüme in den Wormser Stadtfarben rot und weiß wirken in der Aufführung harmonisch und überzeugend mit.

Im Mittelpunk des Wormser Backfischfestes steht Backfisch, der mit Wein natürlich am besten schmeckt. Das größte Wein- und Volksfest am Rhein bietet den Besucher die beste Weine – Riesling und Müller-Thurgau, Kerner und Scheurebe, Grüner Silvaner und Gewürztraminer und viele andere, daher können die ausgesuchteste Weinkenner das Fest richtig genießen. Die Weinhersteller erfreuen die Besucher und Weinkenner mit immer mehr Vielfalt nicht nur an Weinspezialitäten, sondern auch mit immer mehr kreativen Weinproben und Aufführungen. Im letzten Jahr, zum Beispiel, erfreute der Rieslingweinhersteller die Backfischfestbesucher mit einer Riesling-Riesenradweinprobe. Im Übereinklang mit dem Motto `500 Jahre Rieslingurkunde´ dürften die Besucher Rieslingwein direkt auf einem Riesenrad verkosten. Die in Deutschland weit verbreitete weiße Rebsorte zählt zu den besten der Welt. Also, wenn Sie Ihren Urlaub gerade planen, denken Sie an deutsche Weinbauregionen und Sie werden niemals enttäuscht, weder von der Natur und Landschaften, noch von der Weinauswahl. Außerdem bieten die Sommerfeste in den Weinregionen weitere gastronomische und kulturelle Ereignisse, die Ihrer Entspannung und guter Laune beitragen werden. So erwartet das Wormser Backfischfest vom 25.08. bis 02.09.2012 über 700.000 Besucher. Sie können auch dabei sein und viele neue Weinerlebnisse sammeln.

Viel Spass.

Bettina Ehrling

PS: Maiaktion vom Weingut Paternushof in Rheinhessen

 

 

Mai 01

Das Weinbaugebiet Rheinhessen

Rheinhessen, ein Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz und liegt geographisch gesehen linksrheinisch auf der Höhe zwischen Worms und Bingen am Rhein. Die Region schmiegt sich in das sogenannte Rheinknie. Somit stellt der Rhein die nördliche und östliche Begrenzung dar. Die Mittelgebirge im Westen zwingen die bei westlicher Strömung ankommenden Wolken zum Abregnen, sodass Rheinhessen zwar niederschlagsärmer ist, jedoch auch stärkerer und längerer Sonnenschein in dieser Region zu verzeichnen ist.

Schon seit langer Zeit wird hier Wein angebaut, da das Klima ausgesprochen dafür geeignet ist. Über 26.000 Hektar bewirtschaftete Fläche stellen das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet Deutschlands dar. Der Boden, welcher in dieser Gegend oftmals aus Lößboden und Flugsanden besteht, bildet eine ideale Grundlage für hervorragenden deutschen Wein.

Zu ungefähr zwei Dritteln werden in dieser Region Weißweine angebaut, hauptsächlich Arten wie Müller-Thurgau, Riesling und Silvaner. Aber auch für diese Region seltene Arten werden in Rheinhessen kultiviert, jedoch führen diese nur ein Schattendasein. Extrem selten sind zum Beispiel der Gewürztraminer, Sauvignon Blanc und Morio-Mukat. Ungefähr ein Drittel sind rote Rebsorten, wie zum Beispiel Dornfelder, Blauer Portugiese und Spätburgunder. Selten anzutreffen sind Rebsorten wie Frühburgunder, Cabernet Sauvignon und Merlot. In Rheinhessen liegen über 15 Weingüter, welche von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft geprüft und empfohlen wurden. Diese Auszeichnung, welche für 3 Jahre Gültigkeit hat, ist ausgesprochen begehrt, zeigt dem Konsumenten die Qualität an welche er sucht und hilft somit Winzern, welche entsprechende hochwertige Produkte anbieten, bei der Vermarktung des Weines.

Zusätzlich gehört Rheinhessen zu den „Great Wine Capitals“, den „großen Weinhauptstädten“. Dieses Netzwerk schließt sich weltweit mit den bekanntesten und renommiertesten Weinanbaugebieten zusammen und vergibt jedes Jahr Preise, wie zum Beispiel den begehrten „Best Of Wine Tourism“-Preis, in dessen Genuss auch schon mehrere Winzer aus Rheinhessen gekommen sind. Alleine in 2012 wurden wieder 7 Weingüter mit den begehrten Preisen belohnt, welche in der Kategorien Weintourismus und Service, Innovative Weintourismus-Erlebnisse, Weingastronomie, Kunst und Kultur, Unterkunft, Architektur Parks und Gärten und Nachhaltigkeit im Weintourismus vergeben werden.

Touristisch ist in der Region Rheinhessen auch einiges geboten. Von April bis November finden in den einzelnen Städten wie Worms, Bingen, Gau-Bischofsheim, Mainz und Alzey, aber auch in den vielen kleinen Ortschaften drum herum, viele gemütliche Feste rund um das Thema Wein statt. Weinfeste, Weinerlebnistage und Veranstaltungen wie die Wahl zur Weinkönigin laden zum verweilen ein und bieten ein abwechslungsreiches touristisches Programm. Beispielsweise bieten manche Weingüter als Erlebniswochenende die Weinlese von Hand an, welche selbstverständlich normalerweise hochtechnisiert und effizient von statten geht. Viele Weingüter warten das ganze Jahr über mit gastronomischen Köstlichkeiten auf und bieten Ihre Gastlichkeit für Feiern aller Art an. Zweifellos ist Rheinhessen eine Reise wert. Und garantiert nicht nur aufgrund des hervorragenden Weines.

Bettina Ehrling

 

 

Apr 26

Ein Glas Wein und Flammkuchen zu zweit am Kamin

Essen und Trinken zum Genuss

Wenn die See rau ist und der Wind peitscht, jagt man nicht einmal den sprichwörtlichen Hund vor die Tür. Dann gibt es schönere Momente, als bei nass-klammem Wetter draußen zu frieren. Vor Urlaubern kann die Ostseeinsel Usedom dann ihr wunderschönes Gesicht bei solch einer Witterung ganz gut verbergen. Jetzt ist eine heimelige und gemütliche Atmosphäre Gold wert. In dieser gilt es nun, dass Beste aus der Situation zu machen und warum nicht einfach einmal die traute Zweisamkeit nutzen?! Ein bisschen zusammenrutschen, das Spiel der Flammen im Kamin genießen und sich vom Knacken des Holzes in eine romantische Lagerfeuerstimmung versetzen lassen. Es kann so schön sein.

Liebe geht durch den Magen

Hier bietet sich nun eine wundervolle Gelegenheit bei einem duftenden Flammkuchen und einem Glas aromatischen Bordeaux es sich vor dem Kamin gemütlich zu machen. So die Ferienwohnung auf Usedom mit diesem romantischen Extra aufwarten kann. War der Flammkuchen in seiner ursprünglichen Bedeutung zum Testen der erreichten Backofentemperatur gedacht, erfreut er sich mittlerweile als köstliche, nicht ganz so mächtige Variante der Pizza. Die wenigen Minuten, die der Flammkuchen im Ofen ist, kann der geübte Gentleman nutzen, um den Kamin zu entfachen und seiner Partnerin eine gemütliche Wärme zu zaubern. Derweil kann man auch den richtigen Wein aussuchen. Eine schöne Einrahmung könnte hier ein Muskateller sein, mit seinem charakteristischen Muskatbukett. Die feine fruchtige Säure dieses Weißweins passt also ganz gut zum Flammkuchen. Auch ein Gewürztraminer wäre eine gute Weißweinwahl. Es könnte aber etwas schwieriger sein, dieses Tröpfchen zu bekommen, da der Ernteertrag hier geringer ist, als bei anderen Sorten.

Genuss und Entspannung

Wenn der Flammkuchen knusprig duftend zum Verzehr einlädt und der Weißwein mit leicht gekühlten 10° im Glas darauf wartet genossen zu werden, wird das Feuer im Kamin so weit sein, eine behagliche Stimmung zu verbreiten. Diese drei sorgen für die Gemütlichkeit, die nur noch vom obligatorischen Bärenfell vor dem Kamin perfektioniert wird. Wenn man sich zu zweit aneinanderschmiegt, die Wärme genießt und den Gaumen erfreut, kann kaum etwas diese wohltuende Atmosphäre trüben. Selbst wenn der Flammkuchen längst verzehrt ist und der Genuss des Weines das weitere Beisammensein versüßt, kann auch das ungemütlichste Wetter auf der anderen Seite der Fenster die wohlige Zufriedenheit kaum zerstören. Die Flammen des Kamins die sich in den Weingläsern brechen und das Knistern des Holzes vermitteln die Leichtigkeit, die jetzt genau perfekt ist.

Besonders für eine traute Zweisamkeit ist mit einem leckeren Flammkuchen und einem sinnlichen Wein ein perfekter Rahmen geschaffen, der auch noch lange nach der Gaumenfreude angenehm nachklingt. Ganz zu schweigen von den tollen Erinnerungen, die man damit verbindet und sicherlich beiden im Gedächtnis bleiben.

Bettina Ehrling

PS: Gewürztraminer und Morio Muskat finden Sie im Shop vom Weingut Paternushof.

 

Blaue Trauben

Blaue Trauben

 

 

Apr 25

Weinwanderungen

Winzergenossenschaften, regionale Gastronomie-Betriebe, Verbände und Vereine organisieren regelmäßig jedes Jahr in den Sommer- und Herbstmonaten Weinwandertage und Weinwanderungen. Meist handelt es sich dabei um eintägige Veranstaltungen, seltener finden sie über mehrere Tage statt. Sie werden natürlich in Weinanbaugebieten und den dazugehörigen Ortschaften und regionalen Weinbergen durchgeführt. Weinwanderungen folgen üblicherweise vorgegebenen Routen mit Stationen, an denen die regionalen Weine und kulinarische Spezialitäten verkostet werden. Bei diesen Wanderungen sind häufig Ortskundige als Begleiter mit von der Partie, sie werden jedoch durchaus auch ohne Begleitung angeboten. In diesen Fällen folgen die Wanderer gut markierten und präparierten Wegen.

Gelegentlich ähneln solche Weinwanderungen zwischen den besagten Stationen Führungen, bei denen Informationen über die Region und Geschichte des Weins und seines Anbaus in der entsprechenden Region vermittelt werden. Manche Winzer und Gastronomen, wie das Weingut Philipp Kuhn, veranstalten eigene, nicht öffentliche, Weinwanderungen, bei der eine Mindestteilnehmerzahl gefordert ist und die immer geführt sind. In der Regel handelt es sich dabei um Gruppen von 20 bis 25 Personen, häufig ist eine Teilnahmegebühr zu entrichten. Diese Wanderungen haben einen privateren Charakter als öffentliche Weinwanderungen, verfügen über weniger Einkehrstationen, meist ist auch die Strecke kürzer.

Weinwanderungen folgen häufig über eine Distanz von bis zu 15 Kilometern einer vorgegebenen Route durch die Ortschaften einer Weinregion und den dazu gehörigen Weinbergen. Um die Wanderer bei Laune zu halten, sind entlang des Weges bis zu 10 Weinverkostungs- und Essensstationen eingerichtet, sodass in der Regel etwa jeden Kilometer ein unterhaltsamer Stopp eingelegt werden kann. Es geht bei diesen Wanderungen nicht um sportliche Leistungen irgendwelcher Art, sondern um das gesellige Beisammensein mit Weinverkostungen an der frischen Luft, bei der notwendigerweise, auch ein wenig Bewegung im Spiel ist. Daher sind diese Wanderungen auch für ein breites Publikum aller Altersgruppen gedacht und aus diesem Grund sind die Routen derart angelegt, dass sie auch von Interessierten, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, bewältigt werden können.

Diese Wanderungen sind von der Thematik her sehr vielfältig. Eine Weinwanderung durch Andernach und Bendorf führt beispielsweise vorbei an mittelalterlichen Schlössern und Burgen, einer Vielzahl historischer Ortschaften und Städte mit Wegen entlang des Rheins. Bei den reich verzierten Fachwerkhäusern, an denen man vorbei spaziert, wird die Geschichte wieder lebendig. Oder eine Weinwanderung über den Königsstuhl, dem Ort, an dem im Mittelalter die Könige den Treueeid leisten mussten. Von hier aus hat man einen wunderschönen Panoramablick über das Rheintal. Unzählige Möglichkeiten für den interessierten Wanderer existieren natürlich in allen Weinanbaugebieten Deutschlands, egal ob es um Mosel, Saar oder Ruwer geht, Pfalz, Odenwald, Kaiserstuhl oder Eifel. Überall warten interessante Eindrücke und schmackhafte Weine auf die gut besohlten Wanderer.

Viel Spass.

Bettina Ehrling

Wein-Quiz vom Weingut Paternushof in Worms-Pfeddersheim

 

 

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