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Apr 15

Riesling und Portugieser aus Deutschland

Die Tradition des Weinanbaus in Deutschland geht bis auf die Römerzeit zurück. Seine erste Blüte erlebte der Weinanbau unter Kaiser Marcus Aurelius Probus in den Jahren 276-282. Obwohl jedoch schon die Römer deutschen Wein zu schätzen wussten, stand er in heutiger Zeit lange im Schatten der bekannteren französischen, spanischen oder italienischen Weine. Mittlerweile hat sich die hohe Qualität des deutschen Weins aber wieder herumgesprochen. Wein aus Deutschland erfreut sich größter Beliebtheit. Da überrascht es auch nicht, dass die 25. Pfälzer Wein- und Sektmesse, die von 30.3. bis 1. 4. 2012 in der Salierhalle in Bad Dürkheim stattfand, ein Erfolg wurde, der alle Erwartungen bei Weitem übertraf. Vor allem Weine aus zwei Rebsorten stachen besonders hervor: Riesling und blauer Portugieser.

Riesling- die wertvollste Rebsorte
Auf der 25. Pfälzer Wein- und Sektmesse hatten zweitausend begeisterte Besucher die Gelegenheit, aufgrund der 25. Jubiläumsausgabe der Messe 25 Weine aus 25 Ländern zu verkosten. Darunter waren auch eher ungewöhnliche Wein-Länder wie Georgien, Israel oder Tschechien, die das Interesse der Besucher weckten. Außerdem wurden 380 Pfälzer Gewächse zum Probieren angeboten, davon mehr als 200, die mit einer Prämierung ausgezeichnet waren – die Hälfte davon sogar mit Gold. 91 lokale deutsche Betriebe waren mit einem eigenen Stand oder zumindest ihren Weinen auf der Messe vertreten. Zusätzlich gab es die Gelegenheit, regionale Spezialitäten und Brände zu verkosten. Noch vor selteneren Sorten wie Auxerrois oder Muskateller, modernen Trendsorten wie Sauvignon Blanc oder Klassikern wie Chardonnay oder dem Bordeaux Wein, stand der Riesling im Mittelpunkt des Interesses. Als hauptsächlich angebaute Rebsorte der Pfalz war der Riesling einer der Stars und wurde an den Ständen der Weingüter immer wieder angefragt. Vor allem der Jahrgang 2011 erfreute sich größter Beliebtheit, hat er doch jetzt schon einen ausgezeichneten Ruf. Der Riesling, der sich durch Eleganz, feine Rasse und sein fruchtiges Pfirsichbukett auszeichnet, gehört im traditionellen Weißweinland Deutschland zu den am häufigsten angebauten Weißweinen und gilt als wertvollste Rebsorte. Aufgrund seiner sehr späten Reife ist die größte Verbreitung auf nördliche Weingegenden wie Deutschland beschränkt. Die Herkunft des Rieslings ist unbekannt, er geht jedoch möglicherweise auf eine Weinsorte zurück, die der Schriftsteller Plinius, der in den Jahren 23 bis 79 nach Christus lebte, beschrieben hat. Darauf weist zumindest Bassermann-Jordan in seiner „Geschichte des Weinbaus“ (1907) hin.

Portugieser- prämierte Traditionsweine
Der zweite heimische Star der Weinmesse war der Blaue Portugieser. In der Pfalzwein-Werbung fand der bekannte Rotwein zuvor als „Rebsorte des Jahres“ besondere Erwähnung und wurde an den Ständen entsprechend oft nachgefragt. Die zwanzig Betriebe, die den Portugieser anboten, mussten oft nachschenken. Die Winzer waren sich einig, dass der Portugieser zu den Rennern der Messe gehörte. Noch dazu stellte der Traditionswein einige der Preisträger. Die zwei Portugieser, die zur Entdeckung des Jahres gekürt worden waren, wurden natürlich oft verlangt, ebenso wie ein trocken ausgebauter Portugieser, der aufgrund seines Aromas und seiner Länge ausgezeichnet war. Auch auf den Sieger der Kategorie „Portugieser Weinherbst“ waren die Kunden neugierig. Der Gewinner war ein Böchinger Rosenkranz von 2011, der auch als wunderbarer Terrassenwein bezeichnet wurde. Charakteristisch für den Portugieser sind seine hellrote Farbe und eine feine, frische Säure. Bei dieser Rebsorte handelt es sich um einen Traditionswein, der schon 1772 von Freiherr von Fries von Oporto aus Portugal nach Österreich gebracht wurde, und von dort aus seinen Siegeszug durch die Weinanbaugebiete des nördlichen Europas antrat.

Heimischer Wein sehr beliebt
Interessant und besonders erfreulich für den deutschen Wein ist, dass die heimischen Pfälzer Gewächse bei der Weinmesse eindeutig die Nase vorn hatten und trotz des ausgezeichneten internationalen Angebots auf ausgeprägtes Interesse bei den Besuchern stießen, die in größerer Zahl als erwartet auf der Messe erschienen waren. Vor allem die vielen Preisträger unter den deutschen Weinen wurden immer wieder verlangt und zeigen eindeutig, dass der deutsche Wein vor allem mit Qualität punkten kann.

Bettina Ehrling

PS: Neues Video – sehr interessant auch für Winzer, die einen Onlineshop betreiben.

 

 

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