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Aug 18

Weinbaugebiet Mittelrhein

Weinbaugebiet Mittelrhein

Interessiert man sich für deutsche Weine von hoher Güte, dann kommt man am Weinbaugebiet Mittelrhein nicht vorbei. Es wird vom deutschen Weingesetz als eines der „bestimmten Anbaugebiete“ für Qualitätsweine anerkannt. Obgleich es mit nur rund 460 Hektar Rebfläche das zweitkleinste Weinbaugebiet Deutschland ist, kommt ihm dank hochwertigen Riesling-Sorten eine vergleichsweise große Bedeutung zu.

Der größte Anteil an Land innerhalb der Weinregion Mittelrhein befindet sich im Bundesland Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus steuert Nordrhein-Westfalen einige wichtige Weinorte wie Rhöndorf und Königswinter bei. Unterschieden wird zwischen mittelrheinischen Weinen aus den zwei Bereichen Loreley (Rheinland-Pfalz) und Siebengebirge (Nordrhein-Westfalen). Im Rahmen der elf Großlagen – wie z. B. Burg Reichenstein, Burg Rheinfels und Lahntal – existieren 111 Einzellagen. Zu den Bekanntesten gehören die Barracher Einzellagen. Je nach geografischer Lage und Mikroklima konzentriert man sich auf eine andere Anbauweise innerhalb der mehr als 115 km langen Erstreckung. Rund um den unteren Teil des Mittelrheins (vom Siebengebirge bis Koblenz) gedeihen die Rebstöcke vornehmlich an der rechten Uferseite. Von Koblenz bis Bingen an der Nahe (oberer Mittelrhein) erfolgt die Kultivierung hingegen vorwiegend auf der linken Flussseite in Hanglage.

Das gemäßigte Klima sowie die relative Temperaturstabilität aufgrund der Wasserfläche des Rheins sorgen für gute Voraussetzungen für den Weinanbau. Ebenso wichtig ist die Bodenbeschaffenheit. Während um den Mittelrhein-Bereich herum mineralhaltige Schieferböden und Grauwackenverwitterungsböden als Wärmespeicher dienen, dominieren in der nördlichen Region Böden mit vulkanischem Ursprung. Angebaut wird fast überall in Steillage inmitten spektakulärer Landschaft im weitläufigen Rheintal. Das Weinanbaugebiet Mittelrhein wurde daher schon von den Römern zur Winzerei genutzt. Das Mittelalter läutete dann den wirklichen Erfolg und die Loslösung vom Einfluss der Mosel ein.

Charakteristisch für Weine aus dem Weinbaugebiet Mittelrhein ist, dass sie 85 % aus weißen Rebsorten wie Riesling, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder und Kerner gekeltert werden. Der Riesling nimmt etwa zwei Drittel der gesamten Rebfläche für sich in Anspruch und wird teilweise zu Sekt weiterverarbeitet. Zu den wenigen roten Rebsorten zählen u. a. Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser. Die ureigene „Rhein-Romantik“ der Weine aus dem Weinland Mittelrhein ist viel besungen. So zeigt sich der Weißwein z. B. von der facettenreichen und rassigen Seite, blumig-würzig, fein und doch charakterstark. Trockener Rivaner sowie samtig-feuriger, fruchtiger Blauer Spätburgunder vervollständigen das interessante Gesamtbild.

Bettina Ehrling

Weinstein-Shop

 

 

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